Gymnasium – Fakultät – Frauen

Die Erziehung beider Geschlechter von der Grund- über die Mittelschule bis zum Hochschul- bzw.  Fakultätsstudium ist heute selbstverständlich. Im 19. und teilweise noch im 20. Jahrhundert war dies nicht immer der Fall. Vor allem an den Mittel- und Hochschulen bzw. den Fakultäten wurde den Frauen das Recht zur Schulung abgesprochen. Obwohl die Mädchen der höheren Gesellschaftsschicht verhältnismäßig früh die Möglichkeit bekamen, sich in Frauenklostern und Privatschulen auszubilden, trug man im Vergleich zu heute nicht immer Sorge für ihre Schulung.
 

Im gesamten 19. Jahrhundert blieb  den Frauen der Weg an die Mittelschulen mehr oder weniger geschlossen. Mit Ausnahme der Schulen für Hebammen und der späteren Handelsschulen standen den Mädchen vor allem Schulen für Handarbeiten und Spitzenherstellung, Haushaltsschulen und Näh- und Zuschneideschulen zur Vefügung.

Die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts brachten etliche Neuerungen auf dem Gebiet der Frauenbildung mit sich. Man gründete zwar  Lehrerseminare für Frauen und eröffnete die ersten Mädchenschulen – Lyzeen, die Gymnasien und Fakultäten jedoch blieben immer noch den Männern vorenthalten. Nur einige Frauen vermochten sich gegen Ende des Jahrhunderts  nach der bestandenen Maturitätsprüfung an die Fakultäten zu immatrikulieren.